Faerberei

Der Wollhufn bietet eine Plattform, auf der verschiedene Handwerks- und Handarbeitstechniken sowie alte und moderne Geräte ihren Platz haben. Gegründet wurde die Gruppe 2010 als ein Zusammenschluss von Freunden und Geschichtsdarstellern, die das Interesse am Textilhandwerk zusammengeführt hat. Im Jahr 2017 wurde der Verein Wollhufn - Textiles Handwerk zum Anfassen in Wien gegründet. Die Wolle im Namen bezeichnet unseren liebsten Werkstoff, Hufn oder auch Hube war im frühen Mittelalter die Bezeichnung für eine abgabenpflichtige, ländliche Einheit, in etwa ein Gehöft, das aus mehreren Gebäuden bestehen konnte, also ein Ort, wo Menschen zusammenlebten, das Land bebauten und Handwerk betrieben. Somit steckt auch die Beschäftigung mit Geschichte in unserem Namen; die meisten von uns betreiben eine oder mehrere historische Darstellungen. Was das Wollhandwerk angeht, ist es uns jedoch wichtig, uns nicht von einem starren Rahmen einschränken zu lassen, dazu probiert jeder von uns viel zu gern neue Sachen aus, egal ob modern oder historisch belegt.

Eine weitere Motivation ist es natürlich, interessierten Menschen die Textiltechniken näher zu bringen, welche heute weitgehend von Maschinen erledigt werden oder vielleicht schon fast ausgestorben sind, wie Spinnen, Aufbereiten und Kardieren von Wolle, Kamm- und Brettchenweben, Nadelbinden, Sprang, Sticken, Filzen und Färben. Wesentlich ist dabei für uns, nicht nur vorzuführen, wie es früher gemacht wurde, sondern zu zeigen, wie viele Techniken immer wieder an die Zeit angepasst und weiterentwickelt wurden. Eine Handspindel und ein Elektro-Spinnrad können friedlich koexistieren, und die Wollverarbeitung kann auch für den modernen Alltag lohnend sein, selbst wenn es nicht mehr notwendig ist, Kleidung für sich und die Familie in Heimarbeit herzustellen.

Brettchenweben

Als Wollhufen bereichern wir Handwerks- und Schafmärkte, Museumsveranstaltungen und historische Feste. Uns ist es wichtig, möglichst vielen Menschen die Freude am Handwerk näher zu bringen. Selbstverständlich kann man bei uns auch gleich die ersten Schritte lernen, wenn das Interesse geweckt wurde. Deshalb lassen wir uns auch gerne zu Veranstaltungen in kleinerem Rahmen einladen. Wir zeigen gerne möglichst viele verschiedene Dinge bunt nebeneinander, ganz besonders auch die historische Entwicklung der einzelnen Handwerke, aber es ist natürlich je nach Wunsch möglich, den Fokus auf bestimmte Techniken und / oder historische Darstellung zu legen.